Eine kritische Bemerkung betreffende MBT und ähnliche Schuhe.
Die Suche nach dem richtigen Schritt.

Der MBT Schuh versucht das „natürliche“ Gehen zu imitieren, und sucht nach dem richtigen Schritt. Ob dieser Schuh für diese Aufgabe geeignet ist, ist mehr als fraglich.

Der MBT Schuh, Joya und Kyboot sind als Gleichgewichtsübungsgeräten geeignet, als Geh und Laufmittel meiner Meinung nach kaum brauchbar.
Unsere Ferse hat sich während Millionen von Jahren so entwickelt das sie optimal und unerlässlich als Landeplatform beim Laufen dient. Die Fersenlandung ist beim Gehen und langsamen Joggen zwingend und stellt keine grosse Herausforderung dar. Die Belastung beim Landen ist etwa halb so gross wie die Belastung beim Abrollen. Ausserdem sind gesunde Gelenke, inklusive Knochen und Knorpel, auf diese Belastung angewiesen. Diese Strukturen sind auch trainierbar und brauchen Belastung. (Der Begriff „Gelenkschonendes Training“ sollte, wenigstens bei gesunden Personen, überdacht werden.)
Wie auch von Hersteller wissenschaftlich bewiesen wird, aktiviert diese MBT Schuh, Joya und Kyboot tatsächlich gewisse Muskeln. Aber ob wir diese aktivierten Muskeln auch für einen gesunden Lauf und Haltung brauchen, ist meiner Meinung nach mehr als fraglich.
Wir könnten auch lernen auf unseren Händen zu gehen, das würde noch viel mehr Muskeln aktivieren, nicht aber solche Muskeln die wir in unserem Alltag oder für eine aufrechte Haltung brauchen.

Gehen und Laufen sind Bewegungsabläufe welche zum grössten Teil automatisch ablaufen, unser Gehirn wird dazu kaum oder gar nicht gebraucht.

Der ungestörte Bewegungsablauf beim Gehen garantiert eine effiziente Aktivierung der Halte- und Bewegungsmuskulatur und hilft damit, Beschwerden zu reduzieren.
Studien haben zeigen können, dass das Gehen und Laufen Bewegungsabläufe sind, welche zum grössten Teil automatisch ablaufen. Die Muskulatur wird von Rückenmark durch so genannten „central pattern generators“ aus angesteuert. Unser Gehirn wird dazu kaum oder gar nicht gebraucht. Gesteuert werden diese Bewegungsabläufe im Rückenmark. Diese, fast vorprogrammierten Abläufe, steuern die benötigte Beinmuskulatur aber auch Rumpfmuskulatur sehr gezielt und effizient an. Unser Gehirn gibt ledig der Impuls zum Gehen, die spezifische Umsetzung findet im Rückenmark statt. Sogar der Übergang zum Laufen (Joggen) ist ledig eine Verstärkung dieser gleichen Impulse (der „Kopf“ sagt schneller: das Rückenmark entscheidet ob gehen oder laufen). Seit 120‘000 Generationen sind wir Jäger und Sammler und damit ausgezeignete Läufer. Diese Vorfahren haben diese Steuerung während der Evolution in unserem Rückenmark fixiert. Die letzten 500 Generation von Ackerbauern und PC Anwender haben diese programmierten Bewegungen (noch) nicht ändern können.

Wir sollten gehen, möglichst viel und so wie es vorgesehen ist: Fersenlandung, abrollen über die Fussaussenseite bis zur grosse Zehe. Nur so werden die benötigte Geh-, Lauf-, und Haltungs muskulatur durch die erwähnte „central pattern generators“ richtig angesteuert.
Es macht keinen Sinn diese Bewegungsabläufe zu manipulieren durch zum Beispiel die bewusste Mittel- oder Vorfuss Landung. Werden die natürliche Bewegungsabläufe bewusst, dass heisst Mittels unserem Gehirn, verändert (Wir müssen, wie in der Werbung von MBT erwähnt, neu lernen auf diesen Schuhen zu laufen) entsteht Chaos im Rückenmark. Muskeln werden aktiviert welche eigentlich nicht für eine korrektes Laufen und Rumpfstabilität gebraucht werden, während die richtige Lauf- und Haltungsmuskulatur zu wenig aktiviert wird. Ein optimales Ansteuern der vorgesehenen Geh- und Lauf muskulatur ist nicht mehr möglich, Überbelastung und Verletzungen sind die Folge.

Diese „gesunden“ Schuhe sind als  Gleichgewichtsübungsgerät einsetzbar als Geh und Laufmittel leider nicht geeignet.

Jan Swager van Dok