Gehen und Laufen.
Studien haben zeigen können, dass das Gehen und Laufen Bewegungsabläufe sind,
welche zum Grössten Teil automatisch ablaufen. Die Muskulatur wird von
Rückenmark durch so genannten „central pattern generators“ aus angesteuert.
Unser Gehirn wird dazu kaum oder gar nicht gebraucht. Gesteuert werden diese
Bewegungsabläufe im Rückenmark. Diese, fast vorprogrammierten Abläufe steuern
die benötigte Beinmuskulatur aber auch Rumpfmuskulatur, sehr gezielt und
effizient an. Unser Gehirn gibt ledig der Impuls zum Gehen, die spezifische
Unsetzung findet im Rückenmark statt. Sogar der Übergang zum Laufen (Joggen) ist
ledig eine Verstärkung dieser gleichen Impulse, (der „Kopf“ sagt schneller: das
Rückenmark entscheidet ob gehen oder laufen). Seit 120‘000 Generationen sind wir
Jäger und Sammler und damit ausgezeignete Läufer. Diese Vorfahren haben diese
Steuerung während der Evolution in unserem Rückenmark fixiert. Die letzten 500
Generation von Ackerbauern und PC Anwender haben diese programmierten Bewegungen
(noch) nicht ändern können.
Wir sollten gehen, möglichst viel und so wie es vorgesehen ist: Fersenlandung,
abrollen über die Fussaussenseite bis zur grosse zehe. Nur so werden die
benötigte Geh-, Lauf-, und Haltungs muskulatur durch die erwähnte „central
pattern generators“ richtig angesteuert. Es macht kein Sinn diese
Bewegungsabläufen zu manipulieren durch zum Beispiel die bewusste Mittel- oder
Vor-fuss Landung. Werden die natürliche Bewegungsabläufe bewusst, das heisst
mittels unserem Gehirn, verändert (wie verschiedene Schuhhersteller propagieren,
z.B. MBT) entsteht Chaos im Rückenmark, Muskeln werden aktiviert welche
eigentlich nicht für eine korrekte Rumpfstabilität gebraucht werden, während die
richtige Haltungsmuskulatur zu wenig aktiviert wird .Ein optimales Ansteuern der
vorgesehenen Geh- und Lauf- muskulatur ist nicht mehr möglich, Überbelastung und
Verletzungen sind die Folge.
Die richtige Gangart scheint vielen von uns abhanden gekommen zu sein. Hatten
neuzeitliche Naturvölker eine tägliche Wegstrecke von etwa 17 Kilometer, sind es
für westliche Wohlständer 300 bis 700 Meter! Die WHO empfiehlt übrigens
mindestens 7000 Schritte täglich.
Der menschliche Gang wird zunehmend passiv und langsamer und dies führt zum
breiteren Gang, mit kürzeren Schritten und mehr Aussenrotation der Beinen und
Füssen. Diese Gangart wird auch bei Rückenpatienten beobachtet. Folgen dieser
Gangart sind ausserdem: Platt- / Senkfüsse, Knie, Hüft und Rückenbeschwerden.